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Hochfeste

Kar- und Ostertage in der Pfarrei St. Philippus und Jakobus

Martin Rieger am 25.04.2022

SPJ Osternacht Pfarrei St Philippus und Jakobus A Oe Feuerweihe 16 04 2022 1

Für alle, die aus gesundheitlichen oder anderweitigen Gründen nicht persönlich an den Kar- und Ostertagen in Altötting teilnehmen konnten, hier ein kurzer Text- und Bilder-Rückblick.

Text und Fotos sind von Roswitha Dorfner.

Palmsonntag

Mit dem Palm­sonn­tag beginnt die hei­li­ge Woche, Jesu Lei­dens­weg bis zum Tod am Kreuz. 

Dass die­ses Jahr die Palm­pro­zes­si­on vom Kapu­zi­ner­berg zur Stift­s­pfarr­kir­che nach zwei­jäh­ri­ger Coro­na-beding­ter Pau­se wie­der statt­fin­den konn­te, freu­te beson­ders die Kin­der, aus gutem Grund: Um das Palm­sonn­tags­ge­sche­hen vor 2000 Jah­ren, als Jesus auf einer Ese­lin rei­tend, in Jeru­sa­lem ein­zog und begeis­tert gefei­ert wur­de, zu ver­deut­li­chen, war nach zwei­jäh­ri­ger Zwangs­pau­se“ der tie­ri­sche Haupt­dar­stel­ler Esel Anton wie­der mit dabei. Nach­dem das Lukas­evan­ge­li­um vom Palm­sonn­tag vor­ge­le­sen wur­de, seg­ne­te Stadt­pfar­rer Prä­lat Dr. Klaus Metzl die schön geschmück­ten Palm­bu­schen. Unter Hosi­an­na-Rufen setz­te sich die Palm­pro­zes­si­on über den Kapell­platz in Bewe­gung. Im Anschluss wur­de in der Stift­s­pfarr­kir­che beim Fami­li­en­got­tes­dienst durch die Alt­öt­tin­ger Kapell­sing­kna­ben und Mäd­chenkan­to­rei unter Lei­tung von Her­bert Hager die Pas­si­ons­ge­schich­te Jesu text­lich und musi­ka­lisch dargestellt.

Gründonnerstag mit Fußwaschung

Den Grün­don­ners­tag bezeich­ne­te Stadt­pfar­rer Prä­lat Dr. Klaus Metzl als Tag der ret­ten­den Lie­be Got­tes, auch den Tag des Ver­rats und der schla­fen­den Jün­ger. Der Grün­don­ners­tag zeigt ein zwie­späl­ti­ges Gesicht, stell­te der Haupt­ze­le­brant Stadt­pfar­rer Dr. Klaus Metzl bei der fei­er­li­chen Lit­ur­gie in der Alt­öt­tin­ger Stift­s­pfarr­kir­che fest: beim Glo­ria der Aus­bruch der Freu­de, Jubel­ruf durch Glo­cken­ge­läut ver­stärkt, wenn der Mes­si­as gefei­ert wird. Dann all­mäh­lich ändert sich die gute Stim­mung ins Gegen­teil: der Hal­le­lu­ja-Ruf ver­stummt, die Kir­che ver­ödet, das Aller­hei­ligs­te wird hin­aus­ge­tra­gen, die Altä­re ent­blößt. Das Letz­te Abend­mahl, das für die Jün­ger Jesu als Erst­kom­mu­ni­on“ bezeich­net wer­den kön­ne, ist Jesu Ver­mächt­nis an uns: „… dies ist mein Leib, der für euch hin­ge­ge­ben, dies ist mein Blut, das für euch ver­gos­sen wird zur Ver­ge­bung der Sün­den, tut dies zu mei­nem Gedächt­nis!“ … und zugleich sei es der Weg­be­ginn des Lei­dens und Ster­bens Jesu gewesen.

In der Fuß­wa­schung wird die die­nen­de Lie­be Jesu zu uns Men­schen sym­bo­li­siert – Stadt­pfar­rer Metzl hat­te dazu die neu­en Pfarr­ge­mein­de­rats­mit­glie­der sowie die Kir­chen­pfle­ge­rin von St. Phil­ip­pus und Jako­bus ein­ge­la­den. Nach der Grün­don­ners­tags­lit­ur­gie wur­den den neu­en Kom­mu­ni­on­hel­fern die bischöf­li­chen Urkun­den überreicht.

Karfreitag mit Kreuzverehrung und Umkleidung des Gnadenbildes

Am Kar­frei­tag­mor­gen ver­hüll­te Stadt­pfar­rer Prä­lat Dr. Klaus Metzl das Gna­den­bild Unse­rer Lie­ben Frau im Her­bergs­al­tar“ der Stift­s­pfarr­kir­che mit einem schwar­zen Schlei­er. Dabei wur­de das baro­cke Fas­ten­röckl“ sowie Kro­ne und Zep­ter abge­legt. Am Kar­sams­tag, vor der Oster­nachts­fei­er, wur­de das Gna­den­bild mit dem wei­ßen Fest­kleid bekleidet.

Kinderkreuzweg im Freien

Alt­öt­tings Dia­kon Jan Kolars erin­ner­te am Kar­frei­tag beim Kin­der­kreuz­weg in der Kreuz­weg­an­la­ge hin­ter der Musik­schu­le dar­an, dass Jesus heu­te von uns gegan­gen und gestor­ben ist“. An den ein­zel­nen Sta­tio­nen sei Jesus Men­schen begeg­net, die mit ihm gegan­gen sind. Unter dem Kreuz war kei­ner mehr bei ihm. Wir gehen mit Jesus den Weg, bis ans Kreuz, ste­hen unter dem Kreuz und bit­ten, dass er immer bei uns ist, in jeder Situa­ti­on und Not.“ Abwech­selnd mit Ober­mi­nis­trant Nel­son bete­te Dia­kon Kolars an den Kreuz­weg­sta­tio­nen einen kur­zen Glau­bens­im­puls, der auch unser Leben auf­zeigt, dabei wur­den an den Kreuz­weg­sta­tio­nen ver­schie­de­ne Sym­bo­le abge­legt, u.a. ein Kin­der­bild oder eine Zei­tung, die über mensch­li­che Not berichtete.

Im Hören der Johan­nes-Pas­si­on am Kar­frei­tag, ver­deut­licht Stadt­pfar­rer Metzl, lenkt die Kir­che mit der Lit­ur­gie unse­ren Blick und unse­re Gedan­ken auf den gekreu­zig­ten Herrn. In der Fei­er der Kreu­z­ent­hül­lung und Kreuz­ver­eh­rung wird der Blick auf den gekreu­zig­ten Herrn noch ein­mal ver­tieft. Wir sehen ihn an, sein Blick zieht uns an und die­ser Blick­kon­takt setzt uns in Bewe­gung und wird zum Hin­ge­hen, zum Umfas­sen, zum gläu­bi­gen Ja-Sagen zu Chris­tus dem Gekreu­zig­ten – was uns ver­deut­licht: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoff­nung – im Kreuz fließt die Lie­be Got­tes neu und fließt im über­flie­ßen­den Maße zu uns herab.

Osternacht

In Erin­ne­rung an den 95. Geburts­tag von Papst Bene­dikt XVI. – der 16. April 1927 wie 2022 – ein Kar­sams­tag und zugleich der Tauf­tag von Joseph Ratz­in­ger. Stadt­pfar­rer Dr. Klaus Metzl erin­ner­te an die bedeu­tungs­vol­len Wor­te von Papst Bene­dikt XVI. in des­sen Buch Salz der Erde“, dass die Oster­nacht Geburt und Tau­fe in einer bezie­hungs­rei­chen Wei­se mit­ein­an­der ver­bin­det. Wenn die Kir­che Ostern feie­re, so Metzl, dann ist das nicht die Erin­ne­rung an etwas längst Ver­gan­ge­nes. Das Leit­wort der Lit­ur­gie heißt: hodie – heute!

Stadt­pfar­rer Metzl sieht in der Lit­ur­gie der Kir­che den Schlüs­sel, der unse­re eigent­li­che Hei­mat auf­schließt, denn: die Tau­fe ist das Her­aus­tre­ten aus einem dem Tod ver­fal­le­nen Leben hin­ein in die immer­wäh­ren­de Lebens­ge­mein­schaft mit Christus. 

Zurück zu Papst Bene­dikt XXI.: als die­ser gefragt wur­de, ob der Kar­sams­tag als Geburts­tag zu ihm pas­se, war die Ant­wort: Ja, ich fin­de das einen sehr guten Tag, der irgend­wie mein Geschichts­bild und mei­ne Situa­ti­on andeu­tet: an der Tür von Ostern, aller­dings noch nicht ein­ge­tre­ten (Salz der Erde 45).

Ostersonntag

Nach den Got­tes­diens­ten am Oster­sonn­tag in der Stift­s­pfarr­kir­che St. Phil­ip­pus und Jako­bus wur­den die anwe­sen­den Kin­der zum Oster­ei­er-Suchen in den Klos­ter­gar­ten von St. Mag­da­le­na ein­ge­la­den. Die Über­ra­schung war groß, dass tat­säch­lich der Oster­ha­se die Oster­ei­er ver­steck­te. Was er wohl in sei­nem kuge­li­gen Bauch ver­bor­gen hielt, frag­ten sich so man­che neu­gie­ri­ge Eier­su­cher“.