Martinsfeier
Die Martinsfeier in der Pfarrei St. Josef hat eine über 50-jährige Historie und hat sich als eine der grössten und beliebtesten Martinsfeiern auch über die Landkreisgrenzen Altöttings hinaus einen Namen gemacht.
Jedes Jahr Anfang November kommen aus diesem Grund viele Eltern und Grosseltern mit Ihren Kindern und Enkeln nach Altötting Süd, um die romantische Stimmung unseres Martinsspiels in der Abenddämmerung mitzuerleben.
Die Kinderaugen sind fasziniert von dem beeindruckenden Martinsfeuer, dem stattlichen Pferd von St. Martin und der Mantelteilung mit Bettler.
Weitere Höhepunkte sind der Vortrag der Texte rund um das Martinsspiel, das gemeinsame Gebet und nicht zuletzt die wohlverdienten Martinsbrezen, die nach dem Spiel an alle Kinder kostenlos verteilt werden.
Auch für die Erwachsenen ist gesorgt, die Martinsbrezen und Glühwein angeboten bekommen.
Die Besucherzahlen haben sich in den letzten Jahren erfreulicherweise sehr positiv entwickelt. Ein weiterer Hinweis darauf, daß die Martinsfeier in Altötting Süd, veranstaltet vom Pfarrverband Altötting und ursprünglich von Ehrenamtlichen der Pfarrei St. Josef erdacht und viele Jahrzehnte durchgeführt, sich immer grösserer Beliebtheit erfreut.
Roswitha Dorfner
Martinsfeier am 9. November 2025
„St. Martin ritt durch… Regen und Matsch“
Autorin: Maria Stemmer
Trotz nasskalten Wetters viele Besucher beim großen Martinszug von St. Josef
Altötting. Über immer neue Besucherrekorde durfte sich das Martinszug-Team von St. Josef unter der Leitung von Brix Marek in den letzten Jahren freuen – mit stets gnädigem Wetter. In diesem Jahr musste man sich seit Langem wieder einmal mit Regen und Nässe auseinandersetzen, was aber keineswegs ein Grund für eine Absage war. Scheußliches Wetter soll es der Legende nach ja auch bei der ersten Begegnung von St. Martin und dem frierenden Bettler gewesen sein, denn der junge Soldat soll ja bekanntlich durch „Schnee und Wind“ geritten sein. Dieses Jahr hätte man folgerichtig singen müssen: „St. Martin ritt durch Regen und Matsch“! Der ungünstigen Witterung zum Trotz wagten sich am vergangenen Sonntagnachmittag zahlreiche Familien – ausgestattet mit Laternen, Gummistiefeln und Regenschirmen – hinaus zum Graminger Freibad. Just zu Beginn des Laternenzuges machte der Regen dann eine gnädige Pause, sodass das Schauspiel mit St. Martin (Bernhard Prostmaier) auf seiner Schimmelstute und dem Bettler (Thomas Kneißl) am großen Feuer auf der Wiese nördlich des Freibades ohne Schirm im Gesicht bestaunt werden konnte. Bauhof und Feuerwehr von Altötting hatten das Organisationsteam wieder fleißig bei den Vorbereitungen und der Durchführung der Veranstaltung unterstützt. Auch der Altöttinger Volkstrachtenverein und die St. Georgsschützen waren mit ihren Fackeln mit dabei, ebenso die Unterkastler Blasmusik mit Märschen und Martinsliedern.
Ein kleiner Wermutstropfen war die witterungsbedingt etwas ungünstige Akustik, denn die Lautsprecherboxen mussten unter Dach stehen und konnten so nicht die gesamte Wiese optimal beschallen. Das Team gab trotzdem alles, um den Abend für die Kinder zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen – dazu trugen auch die traditionellen Zuckerbrezen nach dem Originalrezept der Bäckerei Ströll bei, die seit einigen Jahren von der Bäckerei Beer hergestellt werden. Von den insgesamt 800 Stück blieben zwar einige Kisten übrig, darüber durften sich aber am nächsten Tag die Kinder in der Grundschule und den Kindergärten von Altötting Süd freuen. Dank großzügiger Spenden aus der Bevölkerung sowie von Einrichtungen und Unternehmen kann der Martinszug auch bei witterungsbedingten Einbußen stattfinden.
Schon am Sonntagvormittag hatte die Pfarrei St. Josef mit einem Familiengottesdienst, musikalisch gestaltet vom Kinder- und Jugendchor, den Heiligen Martin als Vorbild in den Mittelpunkt gestellt. Herzlich empfangen wurde dabei Pfarrer Lorenz Glatz, gebürtiger Holzhauser und Ruhestandspriester aus dem Pfarrverband Feichten, der seinen ersten Gottesdienst in Altötting zelebrierte. Beim Predigtspiel durfte die Gottesdienstgemeinde eine Szene im Wohnzimmer von Oma und Opa beobachten, bei denen die beiden Enkelinnen zu Besuch waren. Plötzlich gab es einen Stromausfall. Die Oma hatte zum Glück Kerzen und die Enkelkinder ihre leuchtenden Martinslaternen, sodass sie einer Nachbarin helfen konnten, der vor Schreck ihr Schlüssel in den Keller gefallen war. Bei der Gelegenheit luden sie auch einen weiteren Nachbarn ein, der sonst alleine in seiner dunklen, kalten Wohnung gesessen hätte. Am Ende saß die Familie samt den dankbaren und glücklichen Nachbarn am Kaffeetisch beisammen und alle ließen sich im Kerzenschein den warmen Apfelkuchen schmecken – ein modernes „St. Martin mit Apfelkuchen“. Abschließend segnete Pfarrer Glatz die selbst gebastelten Martinslaternen, mit denen die stolzen Kinder zu Beginn schon in die Kirche eingezogen waren.
Impressionen der Martinsfeier am 10. November 2024
ANA-Bericht vom 15. November 2024